Speicher fürs Balkonkraftwerk: Welche Größe passt?
Für 800 Watt Module am Balkon reicht meist rund 1 kWh Speicher, bei 1.500 bis 2.000 Watt Modulleistung sind 2 bis 3 kWh sinnvoll. Mit eigener Auswertung des Stecker-Solar-Simulators der HTW Berlin, einer Rechnung zum Selbermachen und einer Einordnung der Faustformel 1 kWh pro 1.000 kWh Verbrauch.
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Für ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt Modulen am Balkon reicht meist rund 1 kWh Speicher. Mehr Kapazität bringt dort kaum zusätzlichen Solarstrom, weil die Module den Speicher nicht füllen. Bei 1.500 bis 2.000 Watt Modulleistung sind 2 bis 3 kWh sinnvoll. Das zeigt unsere Auswertung des Stecker-Solar-Simulators der HTW Berlin. Entscheidend ist nicht die Haushaltsgröße allein, sondern wie viel Strom mittags übrig bleibt und wie viel Sie abends und nachts verbrauchen. Die bekannte Faustformel „1 kWh pro 1.000 kWh Jahresverbrauch“ führt bei kleinen Anlagen zu Speichern, die zu groß sind. Stand: November 2026.
Die Kurzantwort in einer Tabelle
Diese Größen empfehlen wir auf Grundlage des HTW-Simulators (Rechenweg weiter unten). Gewählt ist jeweils die Stufe, ab der die nächste halbe Kilowattstunde weniger als 40 kWh zusätzlichen Solarstrom im Jahr bringt. Liegt der nächste Schritt knapp darunter (30 bis 39 kWh), nennen wir eine Spanne.
Module senkrecht am Südbalkon:
| Module | 1.200 kWh Verbrauch | 1.900 kWh | 2.600 kWh |
|---|---|---|---|
| 800 Watt | 1 bis 1,5 kWh | 1 kWh | 0,5 bis 1 kWh |
| 1.000 Watt | 1,5 kWh | 1,5 kWh | 1 bis 1,5 kWh |
| 1.500 Watt | 2 kWh | 2 bis 2,5 kWh | 2 kWh |
| 2.000 Watt | 2 kWh | 2 bis 2,5 kWh | 2,5 kWh |
Module schräg aufgeständert nach Süden (Garten, Flachdach):
| Module | 1.200 kWh Verbrauch | 1.900 kWh | 2.600 kWh |
|---|---|---|---|
| 800 Watt | 1,5 kWh | 1,5 kWh | 1,5 kWh |
| 1.000 Watt | 1,5 bis 2 kWh | 2 kWh | 2 kWh |
| 1.500 Watt | 2 kWh | 2 bis 2,5 kWh | 2,5 kWh |
| 2.000 Watt | 2 kWh | 2,5 kWh | 2,5 bis 3 kWh |
Zur Einordnung des Verbrauchs: Laut Stromspiegel verbraucht eine Person in einer Wohnung ohne elektrische Warmwasserbereitung im Schnitt 1.200 kWh im Jahr, zwei Personen 1.900 kWh und vier Personen 2.600 kWh. Ihren eigenen Wert finden Sie auf der Jahresabrechnung.
Dass bei 800 Watt am Balkon die Empfehlung mit steigendem Verbrauch sogar sinkt, ist kein Fehler: Wer mehr verbraucht, nutzt mittags mehr Solarstrom direkt, und für den Speicher bleibt weniger übrig.
Warum die Grenze bei 40 kWh liegt: Eine halbe Kilowattstunde Speicher kostet bei den 200 bis 400 Euro pro kWh, die die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt, 100 bis 200 Euro. Bringt sie weniger als 40 kWh im Jahr, steht der Nutzen kaum noch im Verhältnis. Ob sich ein Speicher überhaupt rechnet, klärt der Artikel Balkonkraftwerk mit Speicher: Wann lohnt sich die Batterie?.
Was die richtige Größe bestimmt
Ein Speicher nimmt nur auf, was die Module mittags mehr erzeugen, als der Haushalt gerade braucht. Abends und nachts gibt er diesen Strom wieder ab. Drei Größen begrenzen deshalb, wie viel Kapazität sinnvoll ist:
- Der Überschuss am Tag. Ein 800-Watt-Gerät senkrecht am Südbalkon erzeugt in Kassel laut EU-Rechner PVGIS im Juni im Schnitt rund 1,7 kWh am Tag, im Dezember unter 1 kWh. Einen Teil davon verbraucht der Haushalt sofort. Was übrig bleibt, reicht für einen großen Speicher nicht. Mehr dazu im Artikel Ertrag.
- Der Verbrauch über Nacht. Kühlschrank, Router, Geräte im Standby, abends Licht, Fernseher und Herd. Was der Speicher nicht bis zum nächsten Morgen abgeben kann, bleibt ungenutzt.
- Die Verluste. Beim Laden und Entladen geht Strom verloren. Die HTW Berlin rechnet für steckbare Speicher mit einem Systemnutzungsgrad von 82,5 Prozent: Von 1 kWh Überschuss kommen rund 0,83 kWh wieder im Haushalt an.
Dazu kommt die Grenze von 800 Watt: Auch mit Speicher dürfen Wechselrichter und Speicher zusammen höchstens 800 Watt ins Hausnetz abgeben. Ein großer Speicher verteilt seinen Strom deshalb über viele Stunden, er kann nicht schneller entladen.
In drei Schritten selbst rechnen
1. Verbrauch über Nacht messen
Lesen Sie an drei bis fünf normalen Tagen den Stromzähler ab, einmal bei Sonnenuntergang und einmal am nächsten Morgen, wenn die Module wieder Strom liefern. Die Differenz ist Ihr Verbrauch über Nacht. Haben Sie einen digitalen Zähler mit Lesekopf oder ein Smart Meter, finden Sie die Werte in der App.
2. Überschuss am Tag abschätzen
Am einfachsten zeigt die App von Wechselrichter oder Messgerät, wie viel Strom an sonnigen Tagen ins Netz geht. Ohne Messung schätzen Sie: Tagesertrag der Module (siehe Tabellen im Artikel Ertrag) minus das, was der Haushalt tagsüber gleichzeitig verbraucht.
3. Den kleineren Wert nehmen
Der Speicher kann nur abgeben, was er tagsüber laden konnte, und er braucht nicht mehr, als Sie nachts verbrauchen. Entscheidend ist deshalb der kleinere der beiden Werte:
- Ist der Überschuss kleiner: Überschuss mal 0,9. Beim Laden geht Strom verloren, es kommt also etwas weniger im Speicher an.
- Ist der Nachtverbrauch kleiner: Nachtverbrauch geteilt durch 0,9. Beim Entladen geht Strom verloren, der Speicher muss also etwas mehr enthalten.
Das Ergebnis ist die nutzbare Kapazität, die Sie suchen.
Beispiel: Über Nacht verbrauchen Sie 1,8 kWh. An sonnigen Sommertagen gehen ohne Speicher rund 0,9 kWh ins Netz. Der Überschuss ist der kleinere Wert: 0,9 mal 0,9 ergibt rund 0,8 kWh nutzbare Kapazität. Ein Speicher mit 1 kWh nutzbarer Kapazität ist hier gut bemessen, einer mit 2 kWh würde auch im Sommer nicht einmal halb voll.
Rechnen Sie mit sonnigen Tagen im Frühjahr und Sommer, nicht mit dem Winter. Im Winter füllt ein Balkonkraftwerk auch einen kleinen Speicher selten, das ist normal (siehe Winter).
Was jede zusätzliche halbe Kilowattstunde bringt
Wer nicht messen will, kann den kostenlosen Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin nutzen. Er beruht auf Simulationen mit 41 gemessenen Lastprofilen echter Haushalte und rechnet Speicher von 0 bis 3.000 Wattstunden in Schritten von 500 Wattstunden. Wir haben ihn für 24 typische Fälle durchgespielt (Stand der Abfrage: 2. November 2026).
800 Watt Module, senkrecht am Südbalkon, 1.900 kWh Jahresverbrauch (Erzeugung laut Simulator: 552 kWh im Jahr):
| Speicher | Solarstrom selbst genutzt | Plus gegenüber der Stufe davor | Rechnerische Vollzyklen pro Jahr |
|---|---|---|---|
| ohne | 293 kWh | – | – |
| 0,5 kWh | 415 kWh | +122 kWh | rund 240 |
| 1 kWh | 466 kWh | +51 kWh | rund 170 |
| 1,5 kWh | 489 kWh | +23 kWh | rund 130 |
| 2 kWh | 498 kWh | +9 kWh | rund 100 |
| 3 kWh | 503 kWh | +5 kWh | rund 70 |
2.000 Watt Module, senkrecht am Südbalkon, 1.900 kWh Jahresverbrauch (Erzeugung laut Simulator: 1.219 kWh im Jahr):
| Speicher | Solarstrom selbst genutzt | Plus gegenüber der Stufe davor | Rechnerische Vollzyklen pro Jahr |
|---|---|---|---|
| ohne | 436 kWh | – | – |
| 0,5 kWh | 598 kWh | +162 kWh | rund 320 |
| 1 kWh | 710 kWh | +112 kWh | rund 270 |
| 1,5 kWh | 795 kWh | +85 kWh | rund 240 |
| 2 kWh | 856 kWh | +61 kWh | rund 210 |
| 2,5 kWh | 895 kWh | +39 kWh | rund 180 |
| 3 kWh | 919 kWh | +24 kWh | rund 160 |
„Solarstrom selbst genutzt“ heißt beim Simulator „vermiedener Strombezug“: Strom, den Sie nicht mehr aus dem Netz kaufen. Die Vollzyklen haben wir selbst abgeleitet: zusätzlicher Eigenverbrauch geteilt durch die Kapazität. Sie zeigen, wie oft der Speicher im Jahr rechnerisch einmal ganz geleert wird.
Was die Tabellen zeigen:
- Die erste halbe Kilowattstunde bringt am meisten. Sie deckt die Grundlast am Abend, die in fast jedem Haushalt anfällt.
- Bei 800 Watt am Balkon ist nach rund 1 kWh Schluss. Jede weitere Stufe bringt weniger als 25 kWh im Jahr. Ein 2-kWh-Speicher würde rechnerisch nur noch rund 100-mal im Jahr ganz geleert. Wer bei 800 Watt bleibt, sollte deshalb eher zu einem kleinen Speicher greifen oder prüfen, ob mehr Module möglich sind.
- Mit mehr Modulleistung steigt der Nutzen länger. Bei 2.000 Watt fällt das Plus erst ab etwa 2,5 kWh unter 40 kWh pro Stufe, und ein 2-kWh-Speicher wird rechnerisch rund 210-mal im Jahr geleert.
Alle Modulgrößen im Überblick
Solarstrom selbst genutzt in kWh pro Jahr bei 1.900 kWh Jahresverbrauch, je nach Speichergröße:
| Module und Montage | ohne | 0,5 kWh | 1 kWh | 1,5 kWh | 2 kWh | 3 kWh |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 800 W, Balkon | 293 | 415 | 466 | 489 | 498 | 503 |
| 1.000 W, Balkon | 328 | 466 | 539 | 585 | 608 | 623 |
| 1.500 W, Balkon | 392 | 546 | 647 | 721 | 772 | 825 |
| 2.000 W, Balkon | 436 | 598 | 710 | 795 | 856 | 919 |
| 800 W, aufgeständert | 361 | 501 | 573 | 625 | 654 | 677 |
| 1.000 W, aufgeständert | 398 | 549 | 635 | 694 | 741 | 777 |
| 1.500 W, aufgeständert | 463 | 626 | 730 | 807 | 870 | 921 |
| 2.000 W, aufgeständert | 506 | 672 | 791 | 879 | 946 | 1.012 |
„Aufgeständert“ bedeutet im Simulator 20 Grad Neigung nach Süden, etwa im Garten oder auf dem Flachdach. Schräg gestellte Module liefern im Sommer mehr Überschuss, deshalb lohnt sich dort etwas mehr Kapazität als am senkrechten Balkon.
So haben wir gerechnet
- Werkzeug: Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin, Variante mit 800-Watt-Wechselrichter, Ausrichtung Süd, ohne Verschattung, Jahresverbrauch direkt eingegeben, alle übrigen Einstellungen wie voreingestellt. Berechnet haben wir 800, 1.000, 1.500 und 2.000 Watt Modulleistung, je senkrecht und aufgeständert, bei 1.200, 1.900 und 2.600 kWh Verbrauch.
- Wetter: Der Simulator rechnet mit Messwerten des Deutschen Wetterdienstes aus Lindenberg (Brandenburg) für das Jahr 2017. Deshalb liegt die Erzeugung etwas unter unseren PVGIS-Werten für Kassel (552 statt 576 kWh bei 800 Watt senkrecht).
- Speicher: nach Dokumentation der HTW hinter dem Wechselrichter angeschlossen (AC-gekoppelt), 82,5 Prozent Systemnutzungsgrad, ohne Standby-Verluste.
- Grenze: Ab etwa 1.000 Watt Modulleistung regelt der 800-Watt-Wechselrichter an sonnigen Mittagen ab. Speicher, an die die Module direkt angeschlossen werden, können diesen Strom noch aufnehmen. Für solche Geräte sind die Werte vorsichtig gerechnet, ein etwas größerer Speicher kann sich dort mehr lohnen als in der Tabelle.
Ihre eigenen Werte rechnen Sie im Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin nach.
Die Faustformel 1 kWh pro 1.000 kWh: wann sie passt
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt als Faustformel: Pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch etwa 1 kWh Speicherkapazität. Sie schreibt aber auch, dass die optimale Größe vom Verbrauch abhängt und zu große Speicher oft nicht vollständig genutzt werden.
| Fall | Faustformel | Unsere Auswertung des HTW-Simulators |
|---|---|---|
| 800 W am Balkon, 2.600 kWh | 2,6 kWh | 0,5 bis 1 kWh |
| 800 W aufgeständert, 1.900 kWh | 1,9 kWh | 1,5 kWh |
| 2.000 W aufgeständert, 2.600 kWh | 2,6 kWh | 2,5 bis 3 kWh |
Unsere Einordnung: Die Faustformel geht davon aus, dass genug Solarstrom da ist, um den Speicher zu füllen. Bei einem Balkonkraftwerk mit 800 Watt Modulen ist das selten der Fall. Dort begrenzt der Überschuss die Größe, nicht der Verbrauch. Ab etwa 1.500 Watt Modulleistung kommt die Faustformel den Simulator-Werten nahe.
Nutzbare Kapazität und Leistung prüfen
Die Zahl auf dem Karton ist nicht immer die, die im Alltag zählt:
- Nutzbar statt brutto: Hersteller geben oft die Bruttokapazität an. Ein Teil davon bleibt zum Schutz der Zellen gesperrt. Achten Sie im Datenblatt auf die nutzbare Kapazität. Stiftung Warentest stellte im Speichertest 2026 fest, dass nicht alle Geräte die versprochene Strommenge liefern.
- Entladeleistung: Gibt der Speicher abends zu wenig Leistung ab, deckt er Spitzen wie Herd oder Wasserkocher nicht. Gibt er mehr ab, als Sie gerade brauchen, landet der Strom im Netz. Gute Systeme regeln die Abgabe nach den Messwerten des Stromzählers, zum Beispiel über einen Lesekopf (siehe Stromzähler).
- Anschluss der Module: Werden die Module direkt am Speicher angeschlossen, kann er auch mittags Strom aufnehmen, der über den 800 Watt liegt, die ins Hausnetz dürfen. Bei viel Modulleistung ist das ein Vorteil.
- Erweiterbar: Manche Speicher lassen sich mit Zusatzakkus vergrößern. Dann können Sie klein anfangen und nach einem Sommer mit eigenen Messwerten entscheiden. Ob und wie weit das geht, steht im Datenblatt.
- Warentest-Empfehlung: Für den Anfang reicht laut Stiftung Warentest ein Speicher mit 2.000 Wattstunden. Das passt zu unseren Werten für 1.500 bis 2.000 Watt Modulleistung.
Speichergrößen im Handel
Komplettsets mit Speicher werden häufig in festen Stufen angeboten. Ein Beispiel ist der Fachhändler Albert Pfäffle aus Heilbronn: Er führt Balkonkraftwerke mit Speicher mit 2, 3 oder 4 Modulen (rund 1.000 bis 2.000 Watt) und Speichern mit 1,92, 3,84 oder 5 kWh. Die Module werden dort direkt am Speicher angeschlossen, der den Wechselrichter enthält. Nach unserer Auswertung lassen sich die Stufen so einordnen:
| Speicher | passt zu |
|---|---|
| 1,92 kWh | 1.500 bis 2.000 Watt Module bei typischem Verbrauch, also 3 oder 4 Module; das trifft genau den Bereich, den unsere Auswertung empfiehlt. Bei 2 Modulen eher etwas groß, aber im Rahmen. |
| 3,84 kWh | 1.500 bis 2.000 Watt Module, gut nach Süden ausgerichtet, mit hohem Verbrauch am Abend und in der Nacht. Weil die Module direkt am Speicher hängen, wird er an sonnigen Tagen eher voll als in unserer vorsichtigen Rechnung. |
| 5 kWh | 2.000 Watt Module bei hohem Verbrauch, wenn Sie im Sommer möglichst viel Solarstrom in den Abend und die Nacht verschieben wollen. Der HTW-Simulator rechnet nicht so weit, eigene Messwerte helfen bei der Entscheidung. |
Was neben der Größe zählt
Die Speichergröße ist nur eine Frage von mehreren. Ob sich ein Speicher für Sie überhaupt rechnet, was er kostet und wie Sie ihn nachrüsten, steht im Artikel Balkonkraftwerk mit Speicher. Wie Sie den Speicher im Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber melden, erklärt Balkonkraftwerk anmelden. Ab mehr als 960 Watt Modulleistung brauchen Sie außerdem eine Einspeisesteckdose statt eines Schuko-Steckers (siehe 800 Watt und 2.000 Watt).
Quellen
Stand: November 2026.
- HTW Berlin – Stecker-Solar-Simulator – alle Werte zum selbst genutzten Solarstrom, eigene Abfrage am 02.11.2026 (Süd, ohne Verschattung, 800-Watt-Wechselrichter)
- HTW Berlin – Dokumentation der Berechnungsgrundlagen, Version 3.0 (Mai 2024) – 41 gemessene Lastprofile, Wetterjahr 2017 Lindenberg, Speicher 0–3.000 Wh, AC-Kopplung, Systemnutzungsgrad 82,5 %
- Verbraucherzentrale Niedersachsen – Batteriespeicher für Balkonkraftwerke (Stand 01.07.2026) – Faustformel 1 kWh pro 1.000 kWh, zu große Speicher, 200–400 Euro pro kWh
- Stromspiegel – Stromverbrauch im Haushalt – Durchschnittsverbrauch nach Haushaltsgröße, Wohnung ohne elektrische Warmwasserbereitung
- Stiftung Warentest – Speicher für Balkonkraftwerke im Test (19.03.2026) – nicht alle Speicher liefern die versprochene Strommenge
- Stiftung Warentest – Balkonkraftwerke im Test – 2.000 Wh für den Anfang
- PVGIS (Gemeinsame Forschungsstelle der EU) – Tageserträge für Kassel, siehe Artikel Ertrag
FAQ · 06 Fragen
Häufige Fragen
-
Wie groß sollte der Speicher für ein 800-Watt-Balkonkraftwerk sein?
Für 800 Watt Module senkrecht am Südbalkon reicht nach unserer Auswertung des Stecker-Solar-Simulators der HTW Berlin meist rund 1 kWh. Bei 1.900 kWh Jahresverbrauch bringt die erste Kilowattstunde Speicher dort rund 170 kWh mehr selbst genutzten Solarstrom im Jahr, die Stufen bis 3 kWh zusammen nur noch rund 40 kWh. Sind die Module schräg aufgeständert, darf es etwas mehr sein, etwa 1,5 kWh.
-
Welche Speichergröße passt zu 2.000 Watt Modulleistung?
Meist 2 bis 3 kWh, nach unserer Auswertung des HTW-Simulators. Mit 2.000 Watt Modulen erzeugt die Anlage mittags deutlich mehr, als ein Haushalt gleichzeitig braucht. Der selbst genutzte Solarstrom steigt deshalb bis zur größten berechneten Stufe von 3 kWh weiter an, wenn auch immer langsamer. Bei 1.500 Watt Modulen liegt der Bereich bei 2 bis 2,5 kWh.
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Stimmt die Faustformel 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch?
Für große Anlagen passt sie ungefähr, für kleine nicht. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen nennt sie als Faustformel. Bei 800 Watt Modulen am Balkon ergibt sie für 2.600 kWh Verbrauch 2,6 kWh. Laut HTW-Simulator bringt dort aber schon alles über 1 kWh kaum noch etwas, weil die Module nicht genug Überschuss liefern, um einen großen Speicher zu füllen.
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Ist ein Speicher mit 4 oder 5 kWh am Balkonkraftwerk sinnvoll?
Nur bei viel Modulleistung und hohem Verbrauch am Abend. Der HTW-Simulator rechnet bis 3 kWh; bei 2.000 Watt Modulen bringt dort die letzte halbe Kilowattstunde je nach Fall noch 13 bis 33 kWh im Jahr. Ein 4- oder 5-kWh-Speicher wird vor allem im Sommer voll, wenn 1.500 bis 2.000 Watt Module gut nach Süden stehen. Speicher, an die die Module direkt angeschlossen werden, können zusätzlich Strom aufnehmen, den der Wechselrichter mittags abregeln müsste.
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Wie berechne ich die Speichergröße selbst?
Lesen Sie an einigen Tagen den Zählerstand bei Sonnenuntergang und am nächsten Morgen ab: Das ist Ihr Verbrauch über Nacht. Schätzen Sie dann den Überschuss an sonnigen Tagen, etwa aus der App des Wechselrichters. Ist der Überschuss kleiner, rechnen Sie Überschuss mal 0,9, ist der Nachtverbrauch kleiner, Nachtverbrauch geteilt durch 0,9. Das Ergebnis ist die nutzbare Kapazität, die Sie brauchen.
-
Was passiert, wenn der Speicher zu groß ist?
Er wird selten voll, und die zusätzliche Kapazität bleibt ungenutzt. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schreibt, dass zu große Speicher die Anschaffungskosten erhöhen und oft nicht vollständig genutzt werden. Die Kosten liegen laut Verbraucherzentrale meist bei 200 bis 400 Euro pro Kilowattstunde.